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Familie, Kinder und eine Auszeit aus dem Berufsleben. Was das wirklich bedeutet

  • Autorenbild: Umut
    Umut
  • 30. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Eine berufliche Auszeit wegen Familie oder Kindern wird oft romantisiert oder unterschätzt.

„Genieß die Zeit.“ „Die Karriere läuft dir nicht weg.“ „Das ist doch nur eine Phase.“

In der Realität ist es komplexer.

Eine Auszeit bedeutet nicht nur mehr Zeit für die Familie. Sie bedeutet auch ein Innehalten im beruflichen Kontext. Stillstand im Lebenslauf. Veränderung der Identität. Neue Prioritäten.

Und irgendwann stellt sich die Frage: Wie geht es danach weiter?

Eine Auszeit ist keine Lücke

Wer sich bewusst entscheidet, Zeit in die Familie zu investieren, trifft keine Karriereflucht. Es ist eine Prioritätsentscheidung.

Kinder brauchen Zeit, Präsenz und Energie. Familie bedeutet Organisation, Verantwortung, Konfliktlösung, emotionale Stabilität. Das sind keine „Pausenfähigkeiten“. Das sind Kompetenzen.

Dennoch fühlen sich viele nach einigen Jahren außerhalb des Berufslebens verunsichert.

Habe ich den Anschluss verloren? Bin ich noch relevant? Wie erkläre ich die Auszeit im Lebenslauf?

Diese Fragen sind normal. Aber sie sind kein Beweis für Wertverlust.

Was sich während einer Auszeit wirklich verändert

Eine berufliche Pause verändert mehr als den Kontostand.

Sie verändert:

• Tagesstruktur

• Selbstbild

• Netzwerke

• fachliche Routine

• Prioritäten

Manche entdecken neue Stärken. Andere merken, wie wichtig ihnen berufliche Weiterentwicklung ist. Viele erleben beides gleichzeitig.

Wichtig ist, ehrlich zu reflektieren:

Will ich zurück in meine alte Rolle? Oder hat sich mein Blick auf Arbeit verändert?

Konkrete Wege zurück ins Berufsleben

1 Frühzeitig den Kontakt halten

Wer weiß, dass die Auszeit zeitlich begrenzt ist, kann währenddessen bewusst kleine Brücken bauen:

• gelegentlicher Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen

• Teilnahme an internen Veranstaltungen

• Weiterbildung oder Online Kurse

• fachliche Lektüre oder Branchennews verfolgen

Es geht nicht um Dauerverfügbarkeit. Es geht um Anschlussfähigkeit.

2 Kompetenzen sichtbar machen

Familienzeit ist nicht gleich Stillstand. Organisationstalent, Konfliktmanagement, Zeitmanagement, Belastbarkeit, vieles wird im Alltag geschärft.

Diese Kompetenzen sollten nicht versteckt, sondern bewusst eingeordnet werden.

Entscheidend ist nicht die Lücke im Lebenslauf, sondern die Klarheit in der Erklärung.

Eine selbstbewusste Formulierung wirkt stärker als Rechtfertigung.

3 Realistische Wiedereinstiegsstrategie entwickeln

Der Wiedereinstieg muss nicht identisch mit der alten Position sein.

Mögliche Optionen:

• Teilzeitmodelle

• Projektarbeit

• schrittweiser Stundenaufbau

• neue Tätigkeitsfelder

• interne Versetzungen

Manchmal ist die Rückkehr in die alte Rolle sinnvoll. Manchmal eröffnet die Auszeit neue Perspektiven.

Wichtig ist eine ehrliche Bestandsaufnahme:

Was passt zur aktuellen Lebenssituation? Wie viel Belastung ist realistisch?

4 Erwartungsdruck reduzieren

Viele setzen sich beim Wiedereinstieg massiv unter Druck. Sie wollen beweisen, dass sie nichts verlernt haben.

Doch Routine kommt zurück. Fachwissen lässt sich auffrischen. Netzwerke lassen sich neu aufbauen.

Entscheidend ist Stabilität, nicht Perfektion.

Familie und Karriere sind kein Gegensatz

Eine Auszeit für Kinder oder Familie ist keine Schwächung des Profils. Sie ist ein Teil der Biografie.

Berufliche Entwicklung verläuft nicht linear. Es gibt Phasen der Beschleunigung und Phasen der Fokussierung auf andere Lebensbereiche.

Wer bewusst priorisiert, verliert nicht automatisch den Anschluss.

Fazit

Eine Auszeit aus dem Berufsleben wegen Familie oder Kindern ist kein Karrierebruch. Sie ist eine bewusste Lebensentscheidung.

Der Wiedereinstieg braucht Klarheit, realistische Planung und Selbstvertrauen.

Nicht die Länge der Pause entscheidet über den Erfolg danach. Sondern die Haltung, mit der man zurückkehrt.

Familie prägt. Verantwortung prägt. Und beides kann ein starkes Fundament für die nächste berufliche Phase sein.

 
 
 

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